Our Revels Are Now Ended

Ich hatte, glaube ich, angekündigt, dass ich die Spiegel noch einmal überarbeiten werde. Gekürzt habe ich ja schon kräftig. Die Seitenzahl kann man jetzt schon fast ok nennen. Sie liegt jetzt bei 645 Normseiten (kein Vergleich zu 826!). Es bleibt ein langes Buch, aber ich habe es jetzt meiner Ansicht nach ausreichend ‘zentralsiert’, und es sollte jetzt auf einem Stand sein, in dem ich hoffentlich nur noch winzige Kleinigkeiten ausbessern muss, die der ein oder andere Betaleser noch aufspürt.

Immer wenn ich das Ende lese, so wie gerade eben, gerate ich in eine etwas entrückte Stimmung. Ich weiß nicht, ob andere Leute das auch so sehen, aber ich finde, das habe ich sehr schön geschrieben. Ach, Yazmine ist so toll! *freu*

Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Als Wort zum Pfingstmontag – oder so.

(Und ich werde nicht darüber nachdenken, dass ich dringend in meiner Galerie und meinen Lesenproben aufräumen sollte …)

 


Aus Löchern kriechen

Eigentlich habe ich das Löchlein, von dem ich im letzten Post berichtet habe, ja schon längst wieder zugebuddelt. Trotzdem habe ich heute feststellen müssen, wie erschreckend lange, ich mein armes Blog vernachlässigt habe. Dabei ist es doch viel schöner, wenn ganz oben gerade kein Deprizeug steht.

Nun ja, ich habe Eisen im Feuer könnte man sagen. Mehrere. Sowohl, was meine Geschichten angeht, als auch, was meine Agenturbewerbung betrifft. Zu letzterer äußere ich mich jetzt mal nicht. Das lasse ich gemütlich auf mich zukommen, während ich das ein oder andere Gläschen Kirschmet schlürfe (ganz schön süß, das Zeug!).

Mathilda hat sich prächtig entwickelt. Nicht so sehr in Seitenzahlen, das muss ich zugeben. Mein Wordcount in den letzten 6-8 Wochen hält sich doch sehr in Grenzen. Allerdings weiß sie mittlerweile genau, wer sie ist ist und sie beginnt, die Geschichte in die Hand zu nehmen. Das ist ganz wunderbar, denn ich muss jetzt nicht mehr überlegen, wie ihre Erzählstimme klingt.

Yazmine ist derweil auch noch umtriebig – was mich ehrlichgesagt etwas überrascht. Absagen sind hinterhältige kleine Scheißerchen, vor allem wenn sie ausführlich sind. Erst werfen sie dich um, und dann wecken sie diesen fiesen Schriftsteller-Perfektionismus – und den Ehrgeiz, der ehrlichgesagt noch viel fieser ist.

Meine Spiegel haben ja schon die ein oder andere Schwachstelle – das wusste ich ja auch. Allerdings ist es allein manchmal nicht so einfach, diese Schwachstellen ganz klar zu bennen, und wenn man sie nicht klar bennent, kann man auch keine Ideen entwickeln, sie zu beheben. Und was soll ich sagen – 50 Seiten sind weg. Abgelegt in meiner ‘kleinen, süßen’ Ausschuss-Datei. Mit meiner Aktion vom letzten Jahr habe ich es also doch wirklich geschafft, mein kleines Monsterchen um insgesamt 180 Seiten zu kürzen. (Nun liegt ja immer noch bei einigen Leuten die letzte Version herum, aber dann habe ich wenigstens nicht alles umsonst geschrieben *hüstel*. Sollte ich effizienter arbeiten?)

Vielleicht, liebe Leute, vielleicht geht da noch was. Mein erklärtes Ziel waren 600 Normseiten. 630 sind es nocht. Ob da noch was geht?


Autorenseelchen

Manchmal frage ich mich warum man sich den Wunsch antut, Geschichten veröffentlichen zu wollen. Man weiß ja vorher, dass man persönliche Enttäuschungen dabei wegstecken muss. Die lassen sich nicht vermeiden. Etwas expliziter heißt das, ich habe mal wieder eine Absage bekommen. Eigentlich eine gute Absage, die nicht nur begründet sondern dazu noch sehr ausführlich ist, aber uneigentlich sind Absagen nie gut. Schon gar nicht wenn sie beweisen, dass man wirklich über Themen schreibt, die sich einfach nicht verkaufen lassen. Eine Situation gut einschätzen zu können, soll ja positiv sein, aber zu wissen, dass es da jenseits der eigenen pessimistischen Einschätzungen nicht doch noch ein Fünkchen Hoffnung gibt, ist schon ein frustrierender Gedanke.

Jedenfalls möchte ich jetzt wirklich von niemandem mehr hören, ich würde einfach toll schreiben. Es ist ein schönes Komliment, wirklich, aber es es hilft mir nicht weiter, und es ist noch frustriernder zu wissen, wie viele Menschen glauben, es sei so einfach, das Autorenseelchen zu hätscheln. Die Spirale zwischen Herzblut und der Suche nach Anerkennung wird so schmerzhaft, weil man außer sich selbst niemandem Fehler anlasten kann, und ‘gut sein’ ist sowieso nicht der Punkt, um den es in der Hauptsache geht.


Ich sollte …

Ich sollte mal wieder was bloggen. Leider ist mein Leben gerade reichlich ereignislos. Ich lese fürs Studium und strukturiere an ‘Es werde Staub’ herum. Ich warte darauf, dass der Tag kommt, von dem an ich sagen kann: Nie wieder Samstags arbeiten, und schon gar nicht neun Stunden. Ich warte darauf, dass die Agentur was sagt und habe insgeheim Horror davor, jemand könnte damit anfangen, mich zu drängen, ich sollte mal nachfragen. Mein Magen wird immer anspruchsvoller – mir wird übel, wenn ich auswärts Essen gehe (es sei denn das Essen besteht aus so vernünftigen Zutaten, wie ich sie auch benutzen würde). Habe erst gestern wieder die Leidvolle Erfahrung gemacht. Ich freue mich unglaublich, dass ich seit gestern Franka Rubus Buch habe und hoffe noch, dass es mich nicht davon abhalten wird, die langweiligen Romane zu lesen, die ich fürs Studium durchacker müsste. Und ich versuche, keine Angst davor zu haben, dass ich noch einen unglaublich riesigen Berg an Prüfungen machen muss, und das vorzugsweise bis nächstes Jahr Ende März *schlotter* :(.


Relikte aus Papier

Ich habe mich heute an etwas gewagt, was mich lange sehr erschreckt hat: Mein Schreibtisch. Ich hatte schon fast vergessen, dass es ihn gibt. Ich arbeite im Wohzimmer, und gehe nur ab und an verstohlen durchs Arbeitszimmer, vorbei an einem großen Haufen aus altem Unikrams, anderen Papierstapeln, verblichenen Pappordnern und Socken, die noch zusammengelegt werden wollen.

Der Haufen ist jetzt weg, und darunter war tatsächlich noch ein Tisch. Alles wäre halb so schlimm gewesen, wären da nicht all diese Korrekturausdrucke gewesen. Ich will nicht übertreiben, aber ich habe sicher eine große Tüte voll Altpapier produziert, nur in dem ich Verschiedene Versionen der ‘Kugeln’ zerrissen habe (die einseitigen Ausdrucke nicht mitgerechnet – die werden ganz umwelt- und kostenbewusst als Schmierpapier recycled).

Im Grunde habe ich da eine spannende Schatzsuche hinter mir. Ein Auszug aus meiner Bilanz: zwei kleine Leinwände, ein Satz Buntstifte, zwei leere Notizbücher, ein hübsches Blumenaquarell, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte, ein paar Postkarten mit Gewürzen, Wein oder Blumen drauf, seeeehr alte Bonbons und eine tote Biene,

Sehr hübsch, jetzt muss ich nur noch mit meinem Schleppi umziehen. Morgen oder so.


Geheimnisvoll ist doch die halbe Miete

Das neue Jahr ist schon in vollem Gange, der Weihnachtsbaum will abgeschmückt werden, und ich lasse ihn so stehen wie er ist. Es ist ja auch etwas Wichtigeres im Gange, als der allhährliche Neuanfang, der ja sowieso nur eine Konstruktion ist. Mathilda hat es endlich geschafft, im Jahre 1897 zu erwachen und sich schwer zu wundern.

Ich habe also im Klartext doch endlich den zweiten Protagonisten meines neuen Projekts eingeführt. Ich erwähnte ja schon, dass er Richard heißt und dass er Cellist ist. Und er ist toll, jedenfalls finde ich das. Seine Reaktion darauf, dass plötzlich eine fremde Frau bei ihm Zimmer steht – mit kurzem Rock, also ziemlich nackt für die Verhältnisse von 1897 – ist zweifellos interessant.

Auf einem Stuhl am Fenster, im Gegenlicht, saß ein Mann in braunem Anzug, zwischen den Knien ein Cello aus dunklem, stumpfem Holz. Er hatte ein schmales Gesicht, sein Haar war fast schwarz und schnurgerade links gescheitelt. Als er Mathilda bemerkte sah er auf, doch er hielt nicht sofort inne. Er musterte sie mit hochgezogenen Brauen, die ebenso dicht und dunkel waren wie sein Haar, und spielte eine Kadenz in Moll. Den letzten Ton ließ er verklingen, dann schwebte sein Bogen ein, zwei Sekunden lang eine Winzigkeit über den Saiten, als könne jede Bewegung die Magie des Moments zerstören. Schließlich jedoch ließ er die Arme sinken, legte den Kopf ein wenig schief und musterte Mathilda von oben bis unten.

„Hallo.“ Seine Stimme klang angenehm tief, fast wie sein Cello. „Haben Sie sich verlaufen?“

Das ist also Richard, und das bedeutet, das ab jetzt die ‘echte’ Handlung einsetzt. Das ist natürlich gut, denn ich trage mich schon so einige Tage mit wenig konkreten Gedanken, wie sich alles im Detail entwickeln wird, vor allem Richards Psyche. Nach seinen einleitenden Worten bin mir aber absolut sicher, dass ich noch viel Freude an dem Mann haben werde. :)


Irre.

Bin ich auch, ja. Nur Irre können über Irre schreiben, oder? Mathilda ist aber wesentlich depressiver, als ich es jemals war. Ich habe das Mädel gestern und heute mal schreibtechnisch ‘ausgetestet’. Herausgekommen ist das:

Mathilda durchsuchte die Schnapsflaschen. Sie fand nur billiges Zeug, goss sich aber trotzdem Wodka in einen Plastikbecher. Er roch nach Klebstoff, doch sie kippte ihn hinunter. Je schneller sie betrunken war, desto schneller würde sie hoffentlich die unsinnigen Gedanken vergessen, die sich ihr die ganze Fahrt über im Kopf gedreht hatten. Wie leicht es wäre, Chloe ins Lenkrad zu greifen, sodass sie die Kontrolle über den Wagen verlor. Sodass sie beide mit sechzig Meilen die Stunde frontal einen Baum rammten. Chloes Ford hatte keinen Beifahrerairbag. Mathilda hustete das Brennen des Wodkas weg und fischte in ihrer unsinnig teuren Handtasche nach den Zigaretten.

Jaja, wartet nur, bis ihr demnächst jemand Koks andreht. Und wie soll das erst werden, wenn sie ihren schizophrenen (->Wahnvorstellungen) Love Interest trifft …


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